Entwicklung Quartier „Madaus Gartenland“ in Köln-Neubrück
3. rang
Auf dem rund 16,3 Hektar großen Gelände soll in enger Abstimmung mit der Stadt Köln in den kommenden Jahren ein urbanes Wohnquartier entwickelt werden, das ökologische, ökonomische und soziale Aspekte miteinander verbindet. Dabei liegt der Fokus darauf, die Landschaft harmonisch in das Quartier zu integrieren.
Den Freiraum des neuen Quartiers entwickeln wir als engmaschig vernetzte, weitgehend autofreie Grünstruktur, die Wohnen, gemeinschaftliches Leben und Landschaft miteinander verbindet. Ein polygonal geführtes Wegenetz durchzieht die Wohnnachbarschaften, verknüpft Hauseingänge und Innenhöfe und führt in den östlich angrenzenden Landschaftsraum weiter. Die Zwischenräume der Gebäude bilden ein zusammenhängendes System aus Wegen, Versickerungsflächen, Spielangeboten sowie privaten und gemeinschaftlichen Grünflächen.
Der Straßenraum wird durch Gehwege, Baumpflanzungen und abschnittsweise aufgeweitete Versickerungsmulden ergänzt. Der motorisierte Verkehr beschränkt sich auf Anlieferung, Abfallentsorgung, Feuerwehr und wenige Besucher:innenstellplätze.
Nach Osten öffnet sich das Quartier über Fußwege in den anschließenden Landschaftsraum. Dort markieren Aufenthaltsorte und öffentliche Spielpunkte den Übergang und schaffen Angebote für unterschiedliche Altersgruppen. In der neu zu entwickelnden Ausgleichslandschaft nehmen flache Mulden anfallendes Regenwasser auf, lassen es versickern und verdunsten. Die bereits festgesetzten Ausgleichsflächen mit ihrem vorgegebenen Wegenetz sowie der wertvolle Baumbestand werden unverändert erhalten und in das Freiraumkonzept eingebunden.
In den geschützten Wohnhöfen liegen private Kleinkinderspielflächen, gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche und private Grünflächen. Die beiden Kindertagesstätten erhalten klar gegliederte Außenspielbereiche mit Terrassen und vielfältigen Bewegungsangeboten. Der Freiraum der Pflegeeinrichtung wird als geschützter Garten mit Aufenthalts- und Urban-Gardening-Angeboten gestaltet, die Bewegung, Teilhabe und Begegnung fördern.
Klimaresiliente Zukunftsbäume prägen Straßen, Höfe und Grünräume, spenden Schatten und führen die Vegetationsstruktur bis in den östlich gelegenen Landschaftsraum weiter. Ihre Anordnung hält zugleich wichtige Durchlüftungskorridore frei.
Ergänzend werden die Dächer teilweise als gemeinschaftliche Dachgärten, teilweise als extensive Gründächer mit Photovoltaik ausgebildet.
So wird das Schwammstadtprinzip vom Dach über die Wohnhöfe und Straßenräume bis in die Landschaft konsequent umgesetzt.
Wettbewerbsinfos
auslober: gag immobilien ag
wettbewerbsart: städtebaulich-freiraumplanerisches qualifizierungsverfahren
planungspartner: konrath und wennemar architekten ingenieure, düsseldorf