Sally-Ride Platz | frankfurt
Zeigt, warum das Projekt wichtig oder spannend ist.
Das der städtebaulichen Entwicklung Rebstock zu Grunde liegende Prinzip der Verfaltung wird im Bereich des Stadtplatzes umgesetzt. Hierbei werden durch eine geschickte Überformung der vorhandenen Topographie geneigte Flächen (Rücken und Täler) entwickelt, die das darüber liegende konzeptionelle Netz ablesbar machen und gemäß Gestaltungskodex als Richtschnur für die Anordnung von Gestaltungselementen dienen.
Die Funktionen des Stadtteilplatzes lassen sich als Miteinander, Gemeinschaft und Kommunikation beschreiben, als Identifikations-, Aufenthalts- und Begegnungsort, der die unterschiedlichen und vielfältigen Bedürfnisse unserer heutigen lebendigen Gesellschaft befriedigt und Phänomenen wie Individualisierung, Distanziertheit und Entsolidarisierung entgegenwirkt.
Der Stadtplatz als gesellschaftliche Mitte, als Ort, der sich sowohl als Treffpunkt für freizeitliche als auch geschäftliche Zusammenkünfte nutzen lässt und im Gesamtkontext zur Aufwertung der Wohnlage beiträgt.
Vorhandene Gastronomieangebote, sonstige Infrastruktur sowie Veranstaltungen jeglicher Art wirken attraktivitätssteigernd und sorgen für längeres Verweilen im öffentlichen Raum.
Gemäß diesen Anforderungen wurden den durch die Faltung entstandenen räumlichen Bereichen Funktionen und Nutzungen zugeordnet, die als architektonische Gestaltwerdung zwischen den unterschiedlichen Nutzern und Nutzerinnen vermitteln und Generationenaspekte berücksichtigen. Der Platz wird räumlich durch die Gebäudefassade im Osten und der Säulenbaumreihe im Westen begrenzt und schließt bewusst den Bereich der Parsevsalstraße mit ein.
Das Konzept unterscheidet in sechs verschiedene Bereiche:
Den Fassadenvorbereich, der als Aufenthalt- und Bewegungsfläche dient und durch die geplanten Nutzungen im EG, wie Geschäfte und Gastronomie u. ä.) ergänzt wird und für eine entsprechende Belebung sorgt.
Die Räumliche Mitte, die konsequent als urbaner Platz, multifunktional auch für besondere Veranstaltungen nutzbar, gestaltet wird. Die geplante stufenhohe Vertiefung nimmt normale und Starkregenereignisse auf und inszeniert das Wasser sicht- und fühlbar im öffentlichen Raum. Hierdurch entsteht bei Regen eine Wasserfläche, die dem Platz ein anderes Gesicht gibt und als Spielraum genutzt werden kann. Die Dimensionierung der Fläche schützt vor Überflutung bei Starkregen und wirkt als temporäres Gestaltungsmittel attraktivitätssteigernd.
Die Grüne Oase, ein großzügiger Grünbereich, der den Herausforderungen des sich veränderten Klimas entspricht, indem er mit einer mit durchlaufenden Baumrosten hervorgehobenen Baumreihe das Sitzen im Schatten ermöglicht und gleichzeitig klimaverbessernd wirkt.
Die Spielstraße, als Shared Space ausgebildet, sorgt mit seitlichen Fahrradständern sowie Bewegungs- und Aufenthaltsangeboten für eine deutliche Geschwindigkeitsreduzierung und erhöht damit die Aufenthaltsqualität. Wie Papierflieger gefaltete Sitz- oder Spielbänke tragen dem Namensgeber Lindbergh Rechnung.
Das Baumbeet dient als Raumkante für den Stadtplatz und erhält zusammen mit der Verdichtung der Straßenbäume im Norden eine ablesbare und maßstabsgerechte Begrenzung.
Die Pflanzfläche der Säulenbaumreihe als Fortführung und Komplettierung der Nord-Süd-Achsen wird zur Aufnahme des Oberflächenwassers muldenförmig angelegt. Über eine belebte Bodenzone wird das Wasser der befestigten Flächen der Spielstraße zur Versickerung gebracht.
projektdaten
auftraggeber: rebstock projektgesellschaft mbh, frankfurt am main
planungszeit: 2019 – 2026
bauzeit: 2025 – 2027
bearbeitungsfläche: 3.945 qm
gesamtkosten: ca. 1,8 mio. euro
unsere leistungen: lph 1 – 8