PROJEKTE

Eisenbahnerviertel
Eidelstädt/D

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Eisenbahnerviertel
Eidelstädt/D

Neubelebung eines Stadtteils

Mit der Revitalisierung des Eisenbahnerviertels wird nicht nur neuer Wohnraum geschaffen, bestehende Wohnungen aufgewertet und neuer nutzbarer Freiraum entwickelt, sondern auch ein nicht mehr zeitgemäßes Quartier wird wieder attraktiv. Die behutsame Nachverdichtung führt zusammen mit der Neuinterpretation des Freiraums so zu einer wichtigen Neubelebung des gesamten Stadtteils. Der ganzheitliche Planungsansatz hat zum Ziel, einen Mehrwert für die Bewohner, Besucher und der gesamten Umgebung zu schaffen.

Freiraum
Die Qualität des bestehenden Freiraumes wird respektiert und behutsam an die zukünftigen Bedürfnisse der Bewohner angepasst. So bildet der Baumbestand ein wichtiges Rückgrat der Anlage. Auch die prägnanten und wertvollen Heckenstrukturen werden weitestgehend erhalten und an geeigneten Stellen sinnvoll ergänzt.

Zukünftig prägt der Stadtdschungel den Raum, er ist das neue zentrale Element des Freiraums, in dem sich das Leben abspielt. Hier wird kommuniziert, pausiert, beobachtet und betrachtet, gepflanzt und gespielt.

Dazu werden neue Baumgruppen zu bestehenden gepflanzt um den optischen Eindruck von „leeren“ Flächen entgegenzuwirken. Eine lockere „grüne“ Atmosphäre aus so unterschiedlichen und durchaus noch „fremdländischen“ Bäumen wie Flügelnuss, Zelkove, Tulpen-, Taschentuch- und Götterbaum stellt sich ein. Ziel ist es, mit der Bepflanzung einen pflegeleichten und zugleich attraktiven und andersartigen Freiraum zu entwickeln.

Die Erdgeschosse der Häuser bekommen private und halbprivate Außenräume, die bereits bei etlichen bestehenden Wohnungen erfolgt ist. Dadurch werden eine neue Akzeptanz und eine bessere soziale Kontrolle, der zurzeit leeren Freiräume erzielt.

Die Eingangsbereiche erhalten neue Zugangsbereiche und vor den Häusern entstehen eindeutig definierte Vorzonen mit Fahrradabstellanlagen, Müllboxen und soweit möglich Haus-nahe Stellplätze. Dabei definiert sich der „grüne Haussockel“ durch breite Sitzmauern aus Beton. Der um ca. 70 cm erhöhte private Freiraum wird durch großzügige Terrassen akzentuiert und einheitlich mit höheren Gräsern bepflanzt. Durch die Ausbildung eines massiven Freiraumsockels entsteht so eine ganz eigene individuelle Vorgartenzone.

Neue Wegeverbindungen vernetzen den gesamten Freiraum der Anlage. In den zentralen Grünachsen entstehen zukünftig auch neue Formen der Freiraumnutzungen, wie das „urban farming“. Hier können Bewohner der oberen Geschosse eigene kleine Nutzgärten mieten und damit am „Gärtnern“ teilnehmen.

Die Spielplätze liegen geschützt in dem zentralen Stadtdschungel. Diese werden für verschiedene Altersgruppen ausgebildet und nehmen dabei Bezug auf die ehemaligen Bewohner, die Eisenbahner. Damit erhalten die Spielplätze ein eigenes, auf den Standort bezogenes Thema mit Geschichte.

Sportplätze für unterschiedliche Ansprüche und verschiedener Altersgruppen werden insbesondere auf der neuen Freiraum- und Sportachse am Jaarsmoor ausgebildet. Hier kann es ruhig auch mal richtig laut sein. Spielen und Sportliche Betätigung ausdrücklich erwünscht!

Der neue Quartiersplatz liegt an zentraler Stelle und wird damit zum Mittelpunkt des Quartiers. Der Supermarkt erhält neue (Raum- )Entwicklungsmöglichkeiten. Der Stadtplatz ist Treffpunkt und Orientierungspunkt des Quartiers zugleich. Das in die Jahre gekommene Hilpert-Denkmal wird neu interpretiert. Cortenstahlringe auf dem Platz symbolisieren zukünftig den historischen Bezug zur Eisenbahn. Sämtliche Zugänge und Wege werden barrierefrei ausgebildet.

Die Materialien sind zweckmäßig und robust. Ein einheitlicher Farbton aus beigen Betonsteinmaterialien kennzeichnet die Oberflächen. Alle Einbauten wie Leuchten, Mülleimer und Sitzbänke werden aus anthrazitfarbenen Stahl gefertigt.

Mi(e)t(er)beteiligung
Unser Konzept versteht sich nicht als starres Gefüge, sondern als dynamischer Planungsraum. So sollen die Bewohner auch am Planungsprozess aktiv mit einbezogen werden. Die aktive Benutzung des Freiraumes ist nicht nur sinnvoll, sondern führt auch zu einer wesentlich größeren Akzeptanz und eines größeren Respektes vor dem Ort.

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